Vom ewigen Licht: Inspirierendes Konzert an Allerseelen

Kammerchor, Kammerorchester und Solisten beleuchten in der Illertisser Pfarrkirche St. Martin ein Spannungsfeld.

Momente der Ruhe sind selten geworden in der heutigen Zeit. Aber es gibt sie noch. Mit ihrem Konzert „Lux aeterna“ (deutsch: ewiges Licht) haben die Freunde der Kirchenmusik von St. Martin Illertissen am christlichen Gedenktag Allerseelen eine Stunde zum In-sich-Gehen gestaltet. Mit einer Mischung aus zeitgenössischen und gregorianischen Kompositionen beleuchteten Kammerchor, Kammerorchester und Solisten das Spannungsfeld zwischen Tod, Abschied und Trauer sowie Licht und Hoffnung.

Eine stattliche Zahl von Besuchern ließ sich von der Intensität fesseln, mit der die Musiker unter Gesamtleitung von Markus Hubert das Wissen um die Vergänglichkeit irdischen Lebens mit der Erwartung der Auferstehung sowie mit Trost, Zuversicht und Gottvertrauen verknüpften.

Männerstimmen eröffneten die kirchliche Konzertstunde, die unter Leitung von Jürgen Sonntag mit gregorianischem Gesang aus der Totenmesse „Missa pro defunctis“ beeindruckten und zwischen den Vorträgen von Orchester und Chor eine tiefgehende Eindringlichkeit vermittelten. Mit dem Concerto grosso „Palladio“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins versprühte das Streichorchester im harmonischen Zusammenspiel Ruhe. Die effektvoll im Kirchenraum verteilten Sänger ließen mit „Komm, süßer Tod“, einer Bearbeitung der ersten Zeile des Chorals von Johann Sebastian Bach, Klangwolken von Todes- und Himmelssehnsucht durch den Raum schweben.

Als Kontrast streute das Streichorchester mit „Fratres“ ein berühmtes Werk des aus Estland stammenden Komponisten Arvo Pärt ein. Bewundernswert, wie die Musiker die von Einfachheit und zugleich Spannung geprägten Klänge interpretierten, wie viel Vitalität da in der Luft vibrierte. Ein junger Solist setzte mit Klanghölzern und Trommel Akzente. Geradezu als Balsam für die Seele erwies sich die von Solistin Ursula Mahlert intonierte Filmmelodie „Gabriels Oboe“ von Ennio Morricone. Das Kammerorchester zeigte sich dabei als einfühlsamer Begleiter. Wie ein immerwährendes, mächtiges Glaubensbekenntnis mit Bittgesang tönten zum Schluss die fünf Sätze des Opus „Lux aeterna“ von Morten Lauridsen durch das Gotteshaus. Der lateinisch gesungene Text reicht von der Bitte um ewige Ruhe für die Verstorbenen über die Hoffnung auf Barmherzigkeit bis zur Hoffnung auf das Kommen des Heiligen Geistes und das ewige Licht. Markus Hubert leitete das mit Hörnern, Flöte, Klarinette, Oboe, Posaune und Fagott verstärkte Streichorchester und den Chor souverän. Die Zuhörer dankten mit viel Beifall.

Claudia Bader, Illertisser Zeitung (4.11.19)